Kokosöl erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Es wird häufig zur Pflege der Haare oder aufgrund des angenehmen Geschmacks zum Ölziehen verwendet.

Kokosöl als Sonnenschutz

Für die Pflege der Haut ist Kokosöl ebenfall gut geeignet. Die Inhaltsstoffe pflegen die Haut und versorgen sie mit Feuchtigkeit. Und gut gekühlt ist Kokosöl auf der Haut eine echte Wohltat.

Aber kann das duftende Öl auch als Sonnenschutz verwendet werden?

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Kokosöl statt Sunblocker?

Bei Sonnenstrahlen handelt es sich um Ultraviolettstrahlung. Im Alltag sprechen wir daher häufig von UV-Strahlen. Während UV-A-Strahlen sehr tief in die Haut eindringen, ist UV-B-Strahlung etwas schwächer. UV-B-Strahlen haben allerdings die stärkste kanzerogene Wirkung. Diese Strahlen erzeugen also Hautkrebs, während UV-A-Strahlen gering erythem (sonnenbranderzeugend) sind und für die Hautalterung verantwortlich sind.

Industriell hergestellte Sonnenschutzprodukte sind in der Lage UV-Strahlen zu blocken, deswegen werden sie umgangssprachlich auch Sunblocker genannt. Diese Produkte blocken sowohl UV-A und UV-B-Strahlen.

Professionelle Sonnenschutzprodukte haben zum Teil einen sehr hohen Lichtschutzfaktor. Werte im mittleren zweistelligen Bereich (LSF 30 aufwärts) sind besonders bei Produkten für Kinder die Regel.

Besonders in sonnigen Regionen ist daher das Auftragen eines Sonnenschutzmittels angeraten. Kokosöl ist allerdings kein Sonnenschutzmittel. Betrachte es eher als reichhaltige Pflege für deine Haut nach dem Sonnenbad.

Weitere Öle und Ihre Eignung findest Du hier: Öle als Sonnenschutz

Lichtschutzfaktor von Kokosöl

Grundsätzlich kannst Du jedes pflanzliche Öl vor dem Sonnenbad auftragen. Aber nur weil das viele Menschen machen, bedeutet es nicht, dass es sinnvoll ist. Pflanzliche Öle haben keine hohe Wirksamkeit als Sonnenschutz.

Die Wirksamkeit von kaltgepressten Pflanzenölen im Hinblick auf den Schutz von UV-Strahlung ist vergleichsweise gering.

2004 haben indische Forscher die Durchlässigkeit für Sonnenstrahlen von Kokosöl mithilfe eines Spek­trometers getestet. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: Die Durchlässigkeit der gefährlichen UV-B-Strahlung war extrem hoch. Die Forscher kamen daher zu dem Ergebnis, dass man bei Kokosöl nicht von einem Sonnenschutzmittel sprechen könne.

Wirkung von Kokosöl

Kokosöl hat den Lichtschutzfaktor 6-8. Das bedeutet, das Kokosöl nur eine sehr geringe Sonnenschutz-Wirkung hat. Es werden nur in sehr geringem Umfang UV-B-Strahlen geblockt. UV-A-Strahlen, die für die Hautalterung hauptverantwortlich sind, werden hingegen gar nicht geblockt.

Auf der anderen Seite enthält Kokosöl Vitamin E und spendet daher Feuchtigkeit. Das beliebte Pflanzenöl kannst Du im Sommer prima als After-Sun-Produkt verwenden. (Dazu solltest Du ein kaltgepresstes Kokosöl verwenden.)

Kokosöl als Sonnenschutz für Babys

Die Angabe des LSF 6 bei Kokosöl ist zwar nicht grundsätzlich falsch, allerdings weckt es auch falsche Erwartungen. Kokosöl bietet keinen wirksamen Schutz gegen UV-Strahlen. Daher sollte das Öl nicht als Ersatz für Sonnencreme genutzt werden – nicht bei Kindern und auch nicht bei Erwachsenen.

Für Babys und Kleinkinder ist der Schutz vor Sonnenstrahlung extrem wichtig. Lange, luftige Kleidung oder spezielle UV-Kleidung (gibt es auch für Selbernäher, Badelycra zum Beispiel),und professionelle Sonnenschutzprodukte sind Kokosöl in jedem Fall vozuziehen.

Allerdings haben industriell hergestellte Sonnenschutzprodukte zum Teil bedenkliche Inhaltsstoffe. In der Regel sind das Stoffe, die das Produkt haltbar machen. (Unter anderem Parabene.) Es gibt jedoch auch einige Produkte speziell für empfindliche Kinderhaut, die weitgehend ohne bedenkliche Zusatzstoffe hergestellt wird. Diese Sonnencremes findest Du vorwiegend in Apotheken und sie sind (leider) spürbar teurer.

Allerdings bieten diese Sonnenschutzcremes einen hohen Lichtschutzfaktor und Du solltest sie daher einem Hausmittel wie Kokosöl immer vorziehen.

Kokosöl bei Sonnenbrand

Es gibt einige Pflegeöle, die sehr verträglich sind und auch bei irritierter Haut genutzt werden können. Hierzu gehört unter anderem Mandelöl, das daher auch häufig von Eltern zur Pflege der Haut ihres Babys oder Kleinkinds verwendet wird. Kokosöl ist ebenfalls reich an Vitaminen und enthält unter anderem das für die Haut wichtige Vitamin E.

Wenn Du Sonnenbrand hast, benötigt deine Haut eine reichhaltige Pflege und viel Feuchtigkeit. Kokosöl aber auch Jojobaöl sind hier eine gute Wahl. Allerdings ist Kokosöl komedogen (Wert 4 von 5) und begünstigt daher die Verstopfung der Poren. Für den Großteil unseres Körpers ist das unkritisch.

Wenn du aber bereits Pickel im Gesicht und auf dem Rücken hast, nutze Kokosöl sparsam und mische es lieber mit einem nicht komedogenen Pflegeöl.

Hier findest Du eine Liste mit (nicht) komedogenen Ölen.

Kokosöl als Sonnenschutz für die Haare

Die Sonne scheint senkrecht auf unsere Köpfe und das ist nicht nur für Männer mit Glatze oder dünnem Haar ein Problem. Wenn Du deine Haare gescheitelt trägst, kannst Du dir ziemlich leicht die Kopfhaut verbrennen.

Für lange Haare gibt es spezielle UV-Sprays, die zum Teil jedoch mineralische Bestandteile haben. Diese Inhaltsstoffe sind  zumindest bedenklich.

Doch nicht nur die Sonne macht Deinen Haaren im Sommer zu schaffen. Auch Salz- und Chlorwasser und das damit verbundene häufige Waschen strapaziert Deine Haare. Eigentlich komisch, denn durch das Salzwasser sind die Haare zunächst schön griffig.

Doch besonders im Sommer ist eine reichhaltige Pflege für deine Haare wichtig. Am besten nimmst Du dir ausreichend Zeit dafür und spendierst deinen Haaren eine Kokosöl-Haarkur.

Die Folgen von zuviel Sonne sind erheblich:

  • Die Haare bleichen schnell aus.
  • Es bildet sich Spliss.
  • Mitunter kann es auch zu Haarbruch kommen.

Abhilfe kann hier Kokosöl schaffen. Bei Spliss kannst Du es direkt auf die Spitzen auftragen und brauchst es nicht auswaschen.

Als Leave-In für lange Haare empfiehlt sich Kokosöl nur bedingt, da es die Haare sehr schwer macht.

Eine kleine Menge kannst Du natürlich in die Längen einmassieren – doch ein wirksamer UV-Schutz geht davon nicht aus. Das gilt ganz besonders für die Kopfhaut. Hier hilft nur ein Cap und die Vermeidung von intensiver Sonneneinstrahglung.

Welches Kokosöl als Sonnenschutz

Du solltest in jedem Fall auf ein hochwertiges, kaltgepresstes Kokosöl zurückgreifen. Die beste Qualität hat natives Kokosöl aus kontrolliert biologischem Anbau. Bei der Herstellungen bleiben viele Inhaltsstoffe enthalten, wodurch es grundsätzlich auch als Hautöl eine gute Wahl ist. Je schonender das Öl gewonnen wird, desto höher ist der Gehalt an Vitamin E und Laurinsäure.

Wir empfehlen ein Kokosöl aus kontrolliert biologischem Anbau, das die Bezeichnung kbA trägt.