DistelölEs schmeckt leicht nussig, passt wunderbar zu Salaten und Gemüsegerichten, wirkt entzündungshemmend und soll eine Vielzahl von Hautbeschwerden lindern können.

Die Rede ist vom Distelöl, das unter einer Vielzahl von Bezeichnungen anzutreffen ist und sowohl als Speiseöl aber auch als Pflegeöl überzeugen kann.

Was ist Distelöl?

Disteln gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen und das führt häufig zu Verwirrungen. Distelöl, Safloröl, Färberdistelöl – alles das Gleiche?

Disteln wachsen meist auf Schafweiden oder kargen Böden, was sie zu einem Sinnbild für Genügsamkeit und Anspruchslosigkeit machte. Mit ihren Stacheln verteidigen sie sich gegen Fressfeinde und ihre Blüten überraschen oft mit leuchtenden Farben. Öl kann aus den Samen einiger Distelarten gewonnen werden.

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Die Nickende Distel oder Bisamdistel (Carduus nutans) ist sehr ölhaltig, ebenso wie die Früchte der Ruthenischen Distel (Echinops ritro), die bevorzugt auf Felshängen und Felssteppen zu finden ist. Aus den Samen der Eselsdistel oder Wolldistel (Onopordum acanthiumund) wurde früher Lampenöl gewonnen. Ihr Öl ist aber auch essbar, ebenso wie die Blütenkörbchen und Stängel, die wie Artischocken bzw. Spargel zubereitet wurden.
Das Öl des Benediktenkrauts (Cnicus benedictus), einer distelähnlichen Pflanze, ist leicht toxisch, wurde aber im Mittelalter wegen seiner antibakteriellen Wirkung bei eitrigen Hautinfektionen und Geschwüren eingesetzt.

Das hochwertigste Distelöl ist jedoch das sogenannte Safloröl.

Safloröl aus der Färberdistel

Safloröl
Hochwertiges, kaltgepresstes Safloröl erkennt man an der satten Farbe

Safloröl oder Färberdistelöl wir aus den Früchten der Färberdistel (Carthamus tinctorius) gewonnen. Die Färberdistel wird schon seit langem in Nordafrika, Südeuropa, Asien und Persien kultiviert, da sich mit dem roten Pflanzenfarbstoff aus ihren Blütenblättern, dem Saflorrot, hervorragend Stoffe färben ließen. Doch wurde die Färberdistel nicht nur wegen ihres Farbstoffes gezüchtet, auch ihre Heilkräfte bei verschiedenen Beschwerden waren schon früh erkannt worden.
Früher waren die leuchtend orangen Blüten auch hierzulande in Bauerngärten oft anzutreffen. Aus ihren Blütenblättern wurde ein fiebersenkender, verdauungsfördernder Tee gebraut. Auch zur Blutreinigung und bei Erkältungen oder sogenannten Frauenleiden wurde der Tee gerne eingesetzt.

Das Färberdistelöl verwendete man, um Verstauchungen oder Zerrungen zu behandeln, auch bei Gelenksschmerzen hilft es angeblich. Aber auch Hautkrankheiten, Ekzeme, eitrige Wunden, Ausschläge und Schuppenflechte wurden mit Färberdistelöl behandelt.

Inzwischen sind Färberdisteln leider selten geworden, es gibt kaum noch Hausgärten, Textilien werden mit industriell hergestellten Farben viel einfacher und schneller gefärbt und das Wissen um alte Hausmittel ging langsam verloren.

Trotzdem erlebt Distelöl in Reformhäusern und Bioläden wieder eine Renaissance und immer mehr Menschen kommen auf den nussigen Geschmack.

Öl-Steckbrief Distelöl (Infografik)

Damit Ihr auf einen Blick die wichtigsten Informationen zum Distelöl erhaltet, haben wir Euch eine Infografik aufbereitet. Zum Vergrößern einfach anklicken!

Vorschaubild zur Infografik Distelöl
Distelöl Infografik

Färberdistelöl – nur kaltgepresst und unraffiniert?

Das Färberdistelöl oder Safloröl wird aus den Früchten der Färberdistel gewonnen. Für den Menschen genießbar ist jedoch nur kaltgepresstes Safloröl.

Distelöl aus Heißpressung ist nur industriell einsetzbar. Es hat einen hohen Ölsäureanteil und eignet sich deshalb besonders zur Herstellung von Seifen und Schmiermitteln. Durch mehrstündiges Kochen wird aus heißgepresstem Safloröl Afridiwachs hergestellt, ein Vorprodukt von Linoleum.
Weil Safloröl wegen der Ölsäure nicht oxidiert und damit nicht vergilbt, wird es in der Industrie zur Herstellung von

  • Lacken
  • Firnissen
  • Hausnassstrichfarben
  • Druckfarben
  • Alkydharzen

verwendet. In Indien wird Saflordistelöl auch heute noch in der Lederindustrie als Schmiermittel genutzt.

Das kaltgepresste, ernährungsphysiologisch wertvolle Färberdistelöl enthält dagegen bis zu 83% Linolsäure, was unter den Pflanzenölen außergewöhnlich viel ist.

Linolsäure ist eine zweifach ungesättigte, essentielle Fettsäure. Der Körper braucht sie für alle Stoffwechselaufgaben, kann sie aber nicht selbst herstellen. Eine regelmäßige Zufuhr von Linolsäure über die Ernährung ist daher überlebenswichtig!

Wie wird Distelöl hergestellt?

Safloröl wird durch Pressen aus den Samen der Färberdistel gewonnen. Die Samen der Färberdistel wurden bereits in der Antike zu Öl gepresst, dieses wurde aber als Lampenöl oder für medizinische Tinkturen und Salben verwendet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Safloröl von der Industrie als Schmiermittel und zur Herstellung von Linoleum entdeckt. Heutzutage erfolgt der großflächige Anbau von Färberdisteln hauptsächlich zur Ölgewinnung und zur Herstellung von Farbstoff für die Lebensmittelindustrie.
Die wichtigsten Anbaugebiete der Färberdistel liegen heute in Mexiko, den USA und Indien. Großflächige Anbaugebiete finden sich mittlerweile aber auch in Australien und Kasachstan. In Deutschland ist der Anbau (noch) nicht sehr weitverbreitet.

Nach der Hauptblüte im Juli und der ersten Augusthälfte verfärben sich die Blätter der Färberdistel schnell bräunlich und trocknen aus. Jetzt können die Samen mit dem Mähdrescher geerntet werden. Die Samen werden mehrere Monate getrocknet und bis zur Pressung kühl gelagert.

Distelöl ist ein natives Öl: Es wird kaltgepresst, nicht raffiniert und enthält keine weiteren Zusätze.

Wie wird Färberdistelöl gepresst?

Die Kaltpressung ist die schonendste Form der Ölgewinnung, da alle natürlichen Inhaltsstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Die Temperatur beträgt bei der Kaltpressung maximal 45° Celsius. Das wertvolle Öl wird in einer konisch geformten Schneckenpresse in der Ölmühle gewonnen.
Die Färberdistelsamen werden an der Spitze der Schneckenpresse aufgenommen und wellenförmig in Längsrichtung durch einen sogenannten Seiherkorb transportiert. Das sich verdickende Schneckengewinde presst die Samen unter großem Druck zusammen, bis das Öl austritt.
Während das Öl durch den Seiherkorb in einen Auffangbehälter abfließt, wird der Presskuchen am Ende der Schnecke ausgeworfen. Er wird später unter anderem zu Viehfutter verarbeitet. Durch den Druck und die Reibung in der Presse entsteht Wärme, weshalb die Samen vor der Pressung stark gekühlt werden. Auch der Mahlvorgang selbst geschieht langsam, um die Reibung und damit die Reibungswärme so gering wie möglich zu halten.

Nach der Pressung sind im Safloröl noch etwa 0,5 bis 0,6 Gewichtsprozent Feststoffe enthalten. Dieses frisch gepresste Truböl oder Rohöl kann nun entweder durch Filterung gereinigt oder durch einfache Sedimentation geklärt werden.
Die schonendste und natürlichste Form zur Klärung von Feststoffen ist die Sedimentation: Das Öl bleibt für etwa zehn Tage in einem verschlossenen Behälter lichtgeschützt stehen, bis sich die Feststoffe am Boden absetzen. Das gereinigte Öl kann dann langsam abgelassen werden, die Sedimente bleiben am Boden des Behälters.
In modernen Ölmühlen fließt das Truböl durch ein Röhrensystem nacheinander in mehrere Behältnisse. In jedem Behältnis setzt sich ein Teil der Schwebestoffe ab, so dass das Öl nach dem letzten Behältnis gereinigt ist und abgefüllt werden kann.
Da natives Distelöl einen eher als kratzend empfundenen Geschmack besitzt, wird es meist teilraffiniert und veredelt, bevor es als Speiseöl in den Handel kommt.

Wie sollte man Distelöl lagern?
Natives Distelöl bindet wegen seines hohen Linolsäuregehaltes schnell Sauerstoff und oxidiert, deshalb muss es gut verschlossen aufbewahrt werden. Die enthaltenen Vitamine und Nährstoffe sind lichtempfindlich, deshalb wird es in braunen oder grünen Glasflaschen lichtgeschützt abgefüllt. Ungeöffnet ist Distelöl bei kühler, dunkler Lagerung etwa ein Jahr haltbar. Eine geöffnete Flasche sollte aber innerhalb einiger Wochen aufgebraucht werden, da das Safloröl schnell ranzig wird.

Inhaltsstoffe von Distelöl

Kaltgepresstes Distelöl enthält zahlreiche Inhaltsstoffe, die es zu einem wertvollen Lebensmittel machen.

In 100 g Saflordistelöl sind

  • 44,92 mg Vitamin E
  • 11 µg Vitamin K
  • 1 mg Kalium

enthalten.

Dabei ist das Distelöl natürlich auch sehr kalorienreich. 100 g Öl schlagen mit stolzen 884 Kalorien zu Buche. Trotzdem braucht Otto Normalverbraucher am Distelöl in der Salatmarinade nicht zu sparen, denn die mehrfach ungesättigte Linolsäure im Öl ist eine essentielle Fettsäure, die an allen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist. Essentielle Fettsäuren kann der Körper aber nicht selbst herstellen, weshalb sie über die Nahrung zugeführt werden müssen. Distelöl ist dafür eine hervorragende Quelle.
Aus Linolsäure wird zudem ein Wirkstoff namens Tonalin CLA gewonnen, der den Körperfettanteil reduziert, indem er den Fettstoffwechsel und die Fettverbrennung anregt und gleichzeitig die Einlagerung von Fett in die Körperzellen hemmt. Tonalin CLA wird von der Nahrungsmittelindustrie schon seit längerem Milch- und Milchprodukten und einigen Diätprodukten beigemengt, um die Gewichtsabnahme anzukurbeln.

Durch ihre entfettende Wirkung senkt die Linolsäure außerdem den Cholesterinspiegel und Saflordistelöl kann somit auch im Rahmen einer cholesterinarmen Diät eingesetzt werden.

Nährwerteangaben und Kalorien von Distelöl

Menge pro 100 Gramm
Kalorien 884 kcal
Fett 100 g
  • Gesättigte Fettsäuren
8 g
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
13 g
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren
75 g
Kohlenhydrate0 g
  • davon Zucker
0 g
Protein0 g

Was bewirken die Inhaltsstoffe des Distelöls im Körper?

Vitamin E gehört zu den Antioxidantien und ist im Körper als Radikalfänger wirksam. Freie Radikale sind kurzlebige, instabile Molekülketten, die sich ähnlich wie autonome Demonstranten verhalten. Sie gehören in keine Zellstruktur, sind unerwünscht und machen alles kaputt, indem sie sich an DNA-Moleküle ketten und so die Zell-DNA zerstören. Im Ergebnis wird dann eine abgestorbene gesunde Zelle nicht durch eine neue gesunde Zelle ersetzt, sondern durch eine falsch zusammengebaute Zelle. Dies kann langfristig gutartige Wucherungen bewirken, aber auch zu bösartigen Tumoren führen.
Vitamin E bindet diese Molekülketten und verhindert so die Schädigung der Zell-DNA. Wegen seiner zellschützenden und antioxidativen Wirkung wird Vitamin E auch vielen Hautpflegeprodukten zugesetzt.
Es wirkt entzündungshemmend und beschleunigt die Wundheilung, verlangsamt den Alterungsprozess der Haut und erhöht deren Feuchtigkeitsgehalt.

a-Tocopherol ist eine Unterart von Vitamin E. Es ist ein lipidlösliches Antioxidans. Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die die Oxidation anderer Substanzen verlangsamen oder verhindern. A-Tocopherol kann von der menschlichen Leber am besten gespeichert werden, da das in der Leber vorhandene α-Tocopherol-Transfer-Protein (α-TTP), welches für den Transport des Vitamin E im Blut verantwortlich ist, besonders affin zu pflanzlichem Vitamin E ist. Da das a-Tocopherol in der Leber gespeichert wird, kann eine einmalige Gabe über mehrere Tage wirksam sein.

Vitamin K ist ein wichtiger Faktor für die Koagulationfähigkeit des Blutes. Es setzt jenen Prozess in Gang, der die Gerinnungsfaktoren im Blut aktiviert und reguliert.
Bei einem Vitamin K-Mangel kommt es zu Blutungen im Gewebe. Bei Säuglingen mit Vitamin K-Mangel wurden häufiger (tödliche) Hirnblutungen beobachtet, weshalb hierzulande allen Neugeborenen prophylaktisch eine Dosis des Vitamins verabreicht wird.
Außerdem haben wissenschaftliche Studien bewiesen, dass hochdosiertes Vitamin K das Risiko von altersbedingtem Knochenabbau (Osteoporose) und damit verbundenen Knochenbrüchen um etwa ein Drittel senken kann.

Fettsäuren – lebensnotwendig für den Stoffwechsel

Was das Distelöl aber hauptsächlich zu einem derart wertvollen Lebensmittel macht, ist sein hoher Anteil an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.
Saflordistelöl hat unter allen Pflanzenölen mit ca. 83% den höchsten Anteil an Linolsäure. Natives Olivenöl dagegen beinhaltet „nur“ 3 – 20% Linolsäure, Sonnenblumenöl immerhin bis zu 75%.

Neben Linolsäure enthält Distelöl aber noch weitere Fettsäuren:

  • Ölsäure
  • Palmitinsäure
  • Stearinsäure

Ölsäure ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der einfach ungesättigten Fettsäuren. Sie ist hauptsächlich in pflanzlichen Ölen wie Olivenöl, Rapsöl und eben Distelöl enthalten. Neueren Erkenntnissen zufolge verringert eine ölsäurereiche Ernährung den Gehalt an Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin im Blut. Beides gilt als eine Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Arteriosklerose und Gefäßerkrankungen.
Sowohl Ölsäure als auch Linolsäure sind farb- und geruchlos. Anders als die nicht besonders oxidationsempfindliche Ölsäure reagiert Linolsäure sehr schnell mit Sauerstoff. Sie oxidiert unter Gelbfärbung und altert schnell, weshalb das hoch linolsäurehaltige Safloröl nicht lange haltbar ist.

Linolsäure wird im Körper zu γ-Linolensäure (GLA) verstoffwechselt, die an der Bekämpfung entzündlicher Prozesse beteiligt ist. GLA ist außerdem wichtig für die Stoffwechselprozesse im Gehirn und für die Weiterleitung von Nervenreizen und wirkt zudem blutdrucksenkend.

Die enthaltenen Vitamine und der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren machen Distelöl zu einem ernährungsphysiologisch wertvollen Lebensmittel, besonders bei einer cholesterinarmen Ernährung. Es eignet sich zudem gut für eine Diät im Rahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zur Gewichtsabnahme. Das enthaltene Vitamin E Aktiv. ist als Antioxidans besonders wirksam bei der Zellerneuerung, weshalb sich Safloröl auch positiv auf das Immunsystem auswirkt.

Distelöl zur Hautpflege – ein wahrer Alleskönner

Distelöl zusammen mit anderen Ölen
Distelöl verträgt sich gut mit anderen Ölen

Distelöl für die Haut ist ein echter Geheimtipp. Das eher unbekannte Öl braucht sich nich hinter anderen pflegenden Hautölen zu verstecken. Es ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen und enthält unter anderem bemerkenswert viel Lionolsäure. Dadurch wird die Haut nicht nur mit Feuchtigkeit versorgt, sondern trockene Hautstellen werden gepflegt und die Hautbarriere gestärkt.

Für die Kosmetikindustrie ist die im Safloröl enthaltene Linolsäure interessant, weil sie ein wesentlicher Bestandteil der Epidermis ist. Die Epidermis ist die oberste Hautschicht, in der unter anderem der Wasserhaushalt reguliert wird. Der unkontrollierte Feuchtigkeitsverlust über die Haut wird hauptsächlich von Ceramiden, Phospholipiden und Fettsäuren verhindert, wobei das wichtigste Ceramid 1 hauptsächlich aus Linolsäure besteht.
Die Linolsäure aus dem Distelöl wirkt jedoch nicht nur bei innerlicher Anwendung positiv auf den Körper, auch bei rein äußerlicher Anwendung hilft sie gegen viele Beschwerden. Deshalb wird Linolsäure in der Kosmetikindustrie häufig in Body-Lotions, Cremes, Masken und Seifen verwendet.

Äußerlich aufgetragen, kann Linolsäure

  • Hautreizungen und Kontaktdermatitis lindern,
  • chronische Lichtschädigung mildern,
  • Altersflecken und lichtbedingte Pigmentflecken zurückbilden,
  • das Hautbild bei Akne verbessern und die Größe von Mitessern reduzieren.
Für welchen Hauttyp ist Distelöl geeignet?
Distelöl ist für alle Hauttypen geeignet und gut verträglich, wenn man es sparsam verwendet. Grundsätzlich ist es gutes Reinigungsöl, das sich bei fettiger Haut problemlos anwenden lässt. Bei Mischhaut und trockener Haut sollte das Öl sparsam beziehungsweise nicht pur angewendet werde, da zu viel des Öls die Haut zusätzlich austrocknen kann.

Bei trockener, schuppiger Haut wirkt Distelöl rückfettend und feuchtigkeitsregulierend. Bei unreiner, entzündeter Haut wirkt es reinigend, leicht antibakteriell und entzündungshemmend und bei fettiger Haut mattierend. Zudem lässt sich Safloröl auch hervorragend zur Behandlung von leichten Hautkrankrankheiten oder -irritationen wie Rosacea oder Couperose, Akne oder dunklen Augenringen einsetzen.

Distelöl hat eine sehr geringe Komedogenität (0-1) und kann problemlos in die abendliche Pflegeroutine eingebaut werden. Hier wirkt es gegen Hautunreinheiten und verstopft die Poren nicht erneut. Nach der Anwendung fühlt sich die Haut angenehm entspannt und weich an. Im Gegensatz zu anderen Ölen zieht Distelöl schnell in die Haut ein und hinterlässt keinen Fettfilm.

Mit Saflordistelöl fettige Haut bekämpfen

Mit Öl fettige Haut mattieren zu wollen, erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich. Doch aufgrund der Linolsäure, die ja auch in den hauteigenen Ceramiden enthalten ist, wirkt Distelöl nicht fettend und hinterlässt keinen Ölfilm auf der Haut. Die Haut wird gereinigt, mit Feuchtigkeit versorgt und mattiert. Safloröl findet sich deshalb häufig in Kosmetikprodukten gegen fettige Haut oder Mischhaut.
Natürlich kann auch pures Distelöl aus dem Reformhaus für die Pflege fettiger Haut verwendet werden. Das Gesicht und die zu behandelnden Hautstellen sollten vor der Distelölbehandlung mit einer milden Seife oder Lotion gereinigt und abgetrocknet werden. Dann werden einige Tropfen Distelöl aufgetragen und einige Minuten einmassiert, bis das Öl eingezogen ist. Eventuell überschüssiges Öl kann mit einem Abschminkpad oder einem sauberen Taschentuch abgetupft werden.
Am wirksamsten ist die Behandlung abends vor dem Zubettgehen, da das Distelöl so über Nacht wirken und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen kann. Oft ist schon nach der ersten Anwendung ein Erfolg zu sehen und die Haut wirkt matter, glatt, sauber und rosig.

Distelöl gegen trockene Haut

Trockene Haut mit Öl zu pflegen ist eine alte Binsenweisheit. Allerdings ist auch hier nicht Öl gleich Öl. Während Mandelöl bei Menschen mit Neurodermitis oder Kontaktdermatitis häufig das Hautbild noch verschlechtert und viele andere Pflanzenöle nur schlecht einziehen, eignet sich Distelöl wegen seines hohen Linolsäureanteils besonders gut.
Trockene Haut kann viele Ursachen haben. Falsche Pflegeprodukte, die der Haut beim Waschen Feuchtigkeit entziehen, zu viel Sonne, häufiger Kontakt mit Salzwasser oder Chlorwasser gehören ebenfalls dazu wie Hautkrankheiten. Neurodermitis, Kontaktdermatitis, Schuppenflechte oder Ichthyosen lassen die Haut austrocknen, weil die Hautbarriere zerstört und so keine Feuchtigkeit mehr gespeichert wird. Aber auch Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder andere hormonelle Erkrankungen können trockene Haut verursachen.
Trockene Gesichtshaut wirkt meist fahl und müde, am Kinn, auf der Stirn, um die Nase oder auch auf den Wangen können sich rote, schuppige Stellen entwickeln. Trockene Wangen neigen außerdem zu Fältchenbildung. Trockene Haut an den Schienbeinen, Knien, Ellenbogen, Unterarmen oder Händen zieht sich pergamentartig zusammen. Dadurch entstehen Spannungsgefühle und unangenehmer Juckreiz. Durch Kratzen oder scheuernde Kleidungsstücke trocknet die Haut noch mehr aus, reißt ein und entzündet sich.
Massagen mit Saflordistelöl wirken beruhigend auf die trockene Haut und mildern den Juckreiz. Die Linolsäure wirkt rückfettend und zieht sehr schnell ein. Sie bildet eine Schutzbarriere auf der Epidermis, die die Feuchtigkeit einschließt und den Wasserhaushalt reguliert. Aus diesem Grund kann es auch hilfreich sein, das Distelöl noch auf die nasse Haut aufzutragen, da so noch mehr Feuchtigkeit in die Haut eingeschlossen wird.

Distelöl gegen unreine Haut

Pickel, Mitesser und Akne stellen nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sie schlagen sich auch auf das Selbstwertgefühl nieder. Schließlich ist unser Gesicht das erste, was die Welt von uns sieht. Orangenhaut, Tattoos oder Fettpölsterchen an Bauch und Taille können wir durch entsprechende Kleidung verbergen und kaschieren, aber Gesichtsakne oder Pickel lassen sich nur selten wirklich unsichtbar machen, es sei denn durch professionelles Make-up oder einen Gesichtsschleier. Wer aber keine private Visagistin zur Verfügung hat, leidet unter unreiner Haut.

Saflordistelöl ist jedoch ein wahrer Alleskönner unter den Ölen und wirkt reinigend auf fettige, unreine Mischhaut, reduziert die Größe von Mitessern und mindert Akne.

Bei entzündlichen Hautunreinheiten hilft es, Safloröl mit einigen Tropfen Traubenkernöl oder Hanföl zu mischen. Diese beiden Öle wirken entzündungshemmend und antibakteriell und unterstützen die Linolsäure im Distelöl bei der Reinigung. Das Ölgemisch sollte mit den Fingerspitzen mehrere Minuten in die Haut einmassiert werden. Während der Massage lösen sich abgestorbene Hautschuppen, Reste von Make-up oder Kosmetika und Unreinheiten und bilden kleine Körnchen unter den Fingerspitzen, die sich mit Wasser und weichen Pads oder Reinigungstüchern (aber OHNE Alkohol!) gut entfernen lassen. Nach diesem sanften Ölpeeling wirkt die Haut glatter, sauberer und weicher, viele kleinere Pickelchen und Unreinheiten sind sofort beseitigt, größere Pickel und Mitesser sind verkleinert, weicher und weniger gerötet.
Bei regelmäßiger Anwendung lässt sich so das Hautbild um mehrere Nuancen verbessern.

Die entzündungshemmende, feuchtigkeitsspendende Wirkung des linolsäurehaltigen Distelöls hilft auch bei Couperose oder Rosacea, einer krankhaften Rötung und Entzündung der Haut. Unter der Haut bildet sich ein Geflecht feiner, roter Äderchen, Pusteln und Entzündungsherden, die sich an der Hautoberfläche als ausgeprägte Rötungen zeigen. An der Nase kann es zu knollenartigen Verdickungen und Wucherungen kommen, in hartnäckigen Fällen können auch die Ohren, der Hals und das Dekolleté von der Krankheit betroffen sein.
Das im Distelöl enthaltene Vitamin K wirkt gerinnungsfördernd und verhindert so, das feinste Blutgefäße unter der Haut platzen. Die Linolsäure beruhigt entzündliche Prozesse und wirkt Hauttrockenheit entgegen. Couperose oder Rosacea lassen sich so zwar nicht gänzlich zum Verschwinden bringen, das Hautbild bessert sich aber.

Häufige und intensive Sonnenbestrahlung, hormonelle Umstellungen aber auch der normale Alterungsprozess sind oft für unschöne dunkle Flecken im Gesicht, auf dem Hals, dem Dekolleté oder dem Handrücken verantwortlich. Diese violett-bräunlichen Flecken sind Pigmentstörungen, die nicht nur das Hautbild stören, sie werden oft auch als sehr lästig und „häßlich“ empfunden und wirken sich so auf die Psyche und die sozialen Beziehungen aus. Klinische Studien haben bereits gezeigt, dass Distelöl lichtbedingte Pigmentstörungen bessern oder gar beseitigen kann. Eine ähnliche Wirkung hat das Safloröl auch bei hormonell oder altersbedingten Pigmentflecken und bei dunklen Augenringen. Die Pigmentfärbung wird aufgehellt, die Haut erhält Feuchtigkeit und Spannkraft zurück und Hautschäden werden von der ceramidähnlichen Linolsäure repariert. Das Ergebnis ist eine glattere, gleichmäßigere Haut.

Hautöl mit Distelöl selber machen

Besonders in den kalten Wintermonaten haben viele Menschen mit trockener Haut zu kämpfen und wünschen sich ein eine einfache, wirkungsvolle Pflege. Während sich für die Gesichtspflege das pure Distelöl in geringene Mengen relativ problemlos eignet, sollte man für die Hautpflege von Armen und Beinen eine Mischung mit anderen Ölen erstellen.

Für die Hautpflege mit Distelöl empfiehlt sich die Mischung mit einem bewährten Basisöl. Hier sind unter anderem Jojobaöl, Traubenkernöl oder Mandelöl denkbar. Bei sehr trockener und/oder reifer Haut kann etwas Wildrosenöl (Hagebuttenkernöl) oder Macadamianussöl hinzugegeben werden. In diesem Rezept werden Distelöl, Traubenkernöl und Macadamiaöl zu gleichen Teilen gemischt. Der Distelölanteil kann auf Wunsch auch etwas höher ausfallen – ganz nach persönlichen Vorlieben. Für eine frische Note empfehlen wir die Zugabe einiger Tropfen ätherischen Zitronenöls.

  1. Braunglasflasche heiß auspülen und abkühlen lassen
  2. Öle in ein ausreichend großes Gefäß geben und mischen
  3. Ölmischung in Braunglasflasche umfüllen, gut verschließen und beschriften

Haarpflege mit Distelöl

Genauso wie bei trockener Haut hilft Distelöl auch bei trockenen Haaren. Sonne, Meerwasser, Chlor, häufiges Haarefärben oder -bleichen und heiße Fönluft machen unserem natürlichen Kopfschmuck zu schaffen und verursachen Spliss und trockenes, strohiges Haar.
Einige Tropfen Distelöl, ins handtuchtrockene Haar einmassiert, glätten aufgeraute Haare, führen der gereizten, trockenen Kopfhaut Feuchtigkeit zu und nähren kraftloses Haar, damit es wieder glatt, glänzend und kräftig wird.

Distelöl als alltägliches Pflegeprodukt

Distelöl lässt sich nicht nur zur Kur und Behandlung anwenden, wenn Haut und Haare bereits geschädigt sind, auch gesunde Haut profitiert von dem wertvollen Öl. Mit Distelöl lassen sich Make-up und Schmutz einfach entfernen. Einige Tropfen Distelöl auf ein Abschmink-Pad geben und Schminke lässt sich sanft und hautschonend beseitigen.
Anders als bei alkoholhaltigen Abschminklotionen trocknet die Haut nicht aus und Distelöl ist günstiger als viele Kosmetikprodukte.

  1. Zunächst wie gewohnt Abschminken.
  2. Einige Tropfen Distelöl in die Handfläche geben und leicht anwärmen.
  3. Mit den Fingerspitzen das Öl in kreisenden bewegungen einmassieren und rund um die Augenpartie einklopfen.

Vermischt mit Traubenkernöl oder Hanföl lässt sich Distelöl regelmäßig als besonders hautschonendes Peeling verwenden.
Sogar als Make-up-Grundlage eignet sich Safloröl, da es schnell einzieht und die Haut mit pflegenden Nährstoffen versorgt, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen, der das Make-up nicht haften lässt.
Abends nach dem Abschminken aufgetragen, hilft Distelöl der Haut, sich im Schlaf zu regenerieren und mattiert fettige Haut.

Hat Distelöl auch Nebenwirkungen?

Bei allen positiven Wirkungen und Eigenschaften als Lebensmittel und Pflegeprodukt kann Färberdistelöl natürlich auch Nebenwirkungen haben. Allerdings handelt es sich dabei eher um Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen.
So können die Wirkstoffe von Färberdistelöl bei Allergikern Atemnot, Herzrasen oder einen Blutdruckanstieg bewirken. Bei äußerlicher Anwendung kann es auch zu Hautreizungen oder -ausschlägen kommen. Es empfiehlt sich, das Distelöl zunächst an einer kleinen, unauffälligen Hautstelle aufzutragen und einige Stunden abzuwarten, bevor es im Gesicht angewandt wird.

Distelöl zum Kochen

Saflordistelöl ist ein bekömmliches Speiseöl und wird wegen seines vollen, nussigen Geschmacks gerne für Salate oder Gemüsegerichte verwendet. Zum Braten, Backen oder Frittieren eignet sich das Öl jedoch auf keinen Fall! Die Linolsäure ist nicht hitzebeständig und verbrennt schon bei relativ niedrigen Temperaturen von etwa 130° Celsius. Die gesunden Inhaltsstoffe und Vitamine werden zerstört und das Öl kann sogar zu brennen beginnen.
Safloröl eignet sich bestenfalls zum schonenden Dünsten oder Garen unter Dampf bei niedrigen Temperaturen von maximal 70°Celsius.
Als Salatöl ist das gehaltvolle Distelöl sehr zu empfehlen und auch Rohkost oder Kartoffelgerichte und Nudeln können damit verfeinert werden. Wegen seiner hohen Affinität zu Sauerstoff oxidiert es jedoch schnell und wird am besten erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt.

Das lichtempfindliche Distelöl wird relativ schnell ranzig. Im Handel wird es daher nur in dunklen Glasflaschen angeboten. Zuhause muss es ebenfalls dunkel und kühl gelagert werden, nach Anbruch sollte die Flasche innerhalb einiger Wochen verbraucht werden. Im Kühlschrank hält sich das Öl in einem verschlossenen Behälter mehrere Monate.

Wo und in welcher Form ist Distelöl erhältlich?

Distelöl wird im Reformhaus, im Supermarkt oder im Bioladen angeboten. Natürlich ist es auch im Internet erhältlich. Es wird in Form von Kapseln, Dragees oder purem Öl angeboten, zur innerlichen Anwendung bzw. für die Küche. Zur äußerlichen Anwendung gibt es Distelöl in Cremes, Lotionen und Duschgelen oder Badeölen. Natürlich lässt sich auch pures Distelöl aus der Flasche als Hautpflegemittel, Badezusatz oder zur Haarkur anwenden und ist somit preisgünstiger als die meisten Pflegeprodukte aus der Kosmetikabteilung.

Beim Kauf von Distelöl sollte man auf die Reinheit des Öls achten. Die höchste Qualität hat kaltgepresstes, natives Distelöl. Es wurde bei Temperaturen von unter 70 Grad ohne vorherige Wärmebehandlung aus den getrockneten Samen gepresst. Schwebestoffe wurden ohne chemische Zusätze durch Sedimentation herausgefiltert.
Viele Menschen empfinden den Geschmack von nativem Saflordistelöl jedoch als „kratzend“ und bevorzugen teilraffiniertes Öl. Dieses hat einen würzigen Geschmack, der leicht an Sonnenblumenöl erinnert, enthält aber weniger gesunde Inhaltsstoffe.