Haaröl zählt zu den Pflegemitteln, die bereits Generationen vor uns zu schätzen wussten. Es spendet nicht nur Feuchtigkeit, sondern versorgt zusätzlich die Kopfhaut mit wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen. Darüber hinaus erfreuen sich Anwender auch an dem individuellen Duft.

Selber Haaröl herstellen
Natürliches Haaröl selbst gemacht: 7 Rezepte, die Dich inspirieren

In den herkömmlichen Haarölen, die es beispielsweise in Drogerien zu kaufen gibt, sind meistens Silikone und Duftstoffe enthalten, die auf Dauer nicht gut für die Haare sind. Daher ist es eine sehr gute Option sein Haaröl selber zu machen. Denn dann kann jeder den Duft beziehungsweise die Pflegewirkung nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten.

Welche Öle eignen sich um Haaröl selber zu machen?

Rizinusöl: Dieses Öl zieht besonders gut in die Kopfhaut ein. Darüber hinaus unterstützt es einen gesunden Haarwuchs und enthält viel Tocopherol (Vitamin E).

Arganöl: Das Öl ist besonders reich an wertvollen Nährstoffen und Vitamin E. Es eignet sich daher optimal für trockenes oder brüchiges Haar und als natürliches Hilfsmittel gegen Spliss. Zudem ist der Geruch neutral bis leicht nussig und kann daher zu allen anderen Ölsorten gemischt werden.

Mandelöl: Genauso wie die Mandel selbst, enthält auch das Öl jede Menge gesunde Nährstoffe. Unter anderem ist Biotin enthalten, was besonders vorteilhaft für das Haarwachstum ist. Zudem kann ein hochwertiges Mandelöl auch vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Besonders geeignet ist das Öl zum Einsatz gegen Spliss und für einen herrlich gesunden Haarglanz.

Avocadoöl: Dieses Fruchtfleischöl sorgt dafür, dass spröde beziehungsweise brüchige Haare wieder geschmeidig und weich werden. Darüber hinaus legt sich das Öl wie ein Schutzfilm über jedes einzelne Haar und schützt es dadurch vor dem Austrocknen. Avocadoöl ist auch optimal um eine trockene Kopfhaut mit Pflege und Feuchtigkeit zu versorgen.

Olivenöl: Das wahrscheinlich beliebteste und bekannteste Öl, das als Hausmittel eingesetzt wird, ist das Olivenöl. Die Gründe dafür sind, dass es nicht nur schmeckt, sondern auch dem Haar und der Kopfhaut jede Menge Feuchtigkeit spendet. Zudem kann es auch ein gesundes Haarwachstum fördern und kaputte Haarspitzen regenerieren. Auch die vielen wertvollen Nährstoffe machen das Olivenöl zu einem optimalen Pflegebestandteil eines Haaröls.

Wie kann ein Haaröl angewendet werden?

Die Anwendung von selbst hergestelltem Haaröl ist denkbar einfach. Das Haaröl kann beispielsweise nur in die trockenen Haare eingeknetet und nicht wieder ausgespült werden, um die Haarspitzen zu schützen. Dafür reichen in der Regel bereits 3 Tropfen aus. Eine weitere Möglichkeit ist es das Haaröl über Nacht als ein sogenanntes „Leave-In“ Produkt einwirken zu lassen. Dadurch kann es seine geballte Wirkung entfalten. Je nach Beschaffenheit und Länge der Haare können hierbei schon wenige Tropfen ausreichen. Damit die Bettwäsche nicht verschmutzt, sollte vor dem Zubettgehen ein Frotteehandtuch auf das Kissen gelegt werden.

Wichtig ist in jedem Fall auf die richtige Dosierung zu achten, ansonsten kann es schnell zu fettigen Haaren kommen. Wer allerdings aus Versehen trotzdem einmal zuviel verwendet, kann das Malheur mit einem Trockenshampoo bereinigen. Als Haarkur kann das Öl auch nach dem Waschen in das handtuchtrockene Haar einmassiert werden. Ratsam ist es das Haaröl für mindestens 15 Minuten im Haar zu belassen.

7 Haarölrezepte zum selber machen

Herkömmliche Haaröle haben meistens unerwünschte Zusätze, wie zum Beispiel Silikone, Paraben, Paraffin oder andere Mineralölhaltige Stoffe. Deshalb greifen immer mehr Menschen auf Omas Rezepte zurück und mischen sich selbst ihr natürliches Haarpflegeprodukt.

Der wohl größte Vorteil beim Selberanrühren ist, dass alle Inhaltsstoffe selbst ausgewählt werden können. Auf Dauer ist es zudem auch günstiger sich ein Haaröl selber zu machen als ein qualitativ hochwertiges Öl aus dem Naturladen zu kaufen.

Nachfolgend sieben einfache Rezepte zum Haaröl selber machen:

  1. Haaröl gegen Spliss
  2. Haaröl für trockene Haare
  3. Haaröl gegen Haarausfall
  4. Haaröl bei trockenen und kaputte Spitzen
  5. Haaröl gegen spröde Haare
  6. Haaröl bei trockener und schuppiger Kopfhaut
  7. Haaröl für geschmeidige und glänzende Haare

Rezept für eigenes Haaröl gegen Spliss

Haarbruch an den Spitzen wird umgangssprachlich als Spliss bezeichnet. Bekommen die Haare nicht genug Feuchtigkeit und Pflege, kommt es zu Spliss. Hier schafft das reichhaltige Arganöl Abhilfe, denn es enthält unter anderem Vitamin E und pflegt damit Haare und Kopfhaut. Für mehr Glanz in den Haaren sorgen einige Spritzer Zitronensaft. Alternativ kann man auch ein, zwei Tropfen ätherisches Zitronenöl für den frischen Duft beimengen.

Es sollte auf jeden Fall ein kaltgepresstes Arganöl verwendet werden. Nur so ist sichergestellt, dass die wichtigen Fettsäuren und Vitamine enthalten sind und nicht durch Erhitzung zerstört wurden.

selbstgemachtes haaröl mit arganöl zitrone
Glänzendes Haar mit selbstgemachtem Haaröl aus Arganöl und Zitrone

Für die Zubereitung sind nötig:
• Schüssel
• Zitronenpresse
• Gabel und Messer

Zutaten:
• 4 El Arganöl
• 1 EL Zitronensaft

Anleitung:

1. Zunächst werden 4 Esslöffel vom Arganöl in die Schüssel geträufelt.
2. Danach wird eine Zitrone aufgeschnitten und gepresst.
3. Ein Esslöffel des frisch gepressten Zitronensaftes kommt in die Schüssel mit dem Öl.
4. Mithilfe der Gabel werden beide Zutaten gründlich miteinander vermixt.

Anwendung: Diese Mischung kann in das trockene Haar verteilt werden und anschließend wird der Kopf mit Frischhaltefolie beziehungsweise einem Handtuch umwickelt. Nach einer 20-minütigen Einwirkzeit kann das Öl wieder mit einem milden Shampoo und viel warmem Wasser ausgespült werden.

Haaröl für trockene Haare selber machen

Jojobaöl ist ein beliebtes Basisöl, das sich problemlos mit anderen Ölen mischen lässt und auch bei der Pflege der Haut gute Dienste leistet. Streng genommen ist es jedoch kein Öl, sondern ein Wachs. Walnussöl fristet ein Nischendasein – jedoch völlig zu Unrecht. Das Öl, das man im kosmetischen bereich unter der Bezeichnung Juglans Regia Seed Oil kennt, hat stolze 73 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren und versorgt Haare und Kopfhaut mit Feuchtigkeit. Die Haare erhalten einen gesunden Glanz und Schuppen wird entgegen gewirkt. Wenn Du also das gesunde Öl im Schrank hast, probier es doch einmal für die Haare aus!

Selbstgemachtes Haaröl aus Walnuss- und Jojobaöl
Haaröl aus Walnussöl und Jojobaöl machen

Für die Zubereitung sind nötig:
• 1 Esslöffel
• 1 Trichter
• 1 kleiner Flakon oder 1 kleines Fläschchen

Zutaten:
• 3 EL Jojobaöl
• 3 EL Walnussöl

Anleitung:

1. Alle Zutaten bereitstellen und jeweils 3 Esslöffel Jojobaöl und 3 Esslöffel Walnussöl mithilfe des Trichters in den Flakon bzw. in ein Fläschchen schütten.
2. Im Anschluss daran die beiden Öle durch Schütteln gut miteinander vermischen.
3. Sobald sich beide Öle miteinander verbunden haben, ist das Haaröl einsatzbereit.

Anwendung: Um fettige bzw. strähnige Haare zu vermeiden, sollten nur wenige Tropfen verwendet werden. Das Haaröl wird nach dem Waschen in die noch leicht feuchten Haarlängen eingeknetet und mit einer Frischhaltefolie umwickelt. Anschließend die Folie mit einem leicht angewärmten Handtuch umwickeln. Damit die Inhaltsstoffe ihre Wirkung entfalten können, sollte die Mischung mindestens eine Stunde einwirken, bevor diese mit reichlich warmem Wasser und einem milden Shampoo ausgewaschen wird.

Haaröl gegen Haarausfall

Klettenwurzelöl erlebt gerade einen regelrechten Boom. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein „klassisches“ kaltgepresstes Öl, sondern um ein Pflanzenöl mit Auszüge der Großen Klette. Der relevante Inhaltsstoff dieses Öls in Hinblick auf einer Verbesserung des Haarwachstums ist unter der Bezeichnung Sitosterol bekannt. Im Rahmen von Studien wurden Verbesserungen bei der Behandlung von kreisrundem Haarausfall bei Männern beobachtet. (Mehr Informationen zu Klettenwurzelöl als Haaröl.)

klettenwurzel sonnenblumenöl haaröl machen
Haaröl aus dem Auszug der Klettenwurzel und Sonnenblumenöl

Für die Zubereitung sind nötig:
• Glas mit Schraubverschluss
• Messer und Küchenbrett

Zutaten:
• ½ Liter naturreines Sonnenblumenöl
• getrocknete Bio-Klettenwurzeln

Anleitung:

1. Zuerst sollten alle Zutaten und Utensilien zur Zubereitung zusammengesucht werden.
2. Anschließend müssen die Klettenwurzeln mit dem Messer auf einem Küchenbrett krümelig klein gehackt werden. Eine Handvoll der Klettenwurzeln kommt danach in das Glas mit dem Schraubverschluss.
3. Zu guter Letzt das Sonnenblumenöl über die Wurzeln gießen und das Glas mit dem Deckel verschließen. Danach das Glas kräftig schütteln.
4. Damit alle Inhaltsstoffe der Klettenwurzeln in das Öl kommen, empfiehlt es sich das Glas für mindestens drei Wochen verschlossen an einem dunklen Ort aufzubewahren. In der Zwischenzeit sollte es mehrmals wöchentlich geschüttelt werden.

Anwendung: Nach den drei Wochen ist das Öl einsatzbereit. Am angenehmsten ist es, wenn eine kleine Menge des Öls vor dem Auftragen über einem Wasserbad leicht angewärmt wird. Das Öl wird danach mit den Fingern sanft nach dem Waschen in die Kopfhaut einmassiert. Damit sich die Wirkstoffe komplett entfalten können, sollten die Haare anschließend mit einer Frischhaltefolie und einem Handtuch eingewickelt werden.

Selbst gemachtes Haaröl gegen spröde Haare

Heizungsluft, häufiges Föhnen udn Glätten aber auch frostige Temperaturen strapazieren unsere Haare und sie werden schnell spröde und kraftlos. Hier hilft Avocadoöl, das ein wahrer Feuchtigkeitsspender ist. Das Öl riecht sehr fruchtig und harmoniert sehr gut mit anderen Ölen. Speziell bei trockenem, spröden Haar unterstützt Arganöl und sorgt für einen gesunden Glanz.

Für die Zubereitung sind nötig:
• Glas mit Schraubverschluss
• eventuell Trichter

Zutaten:
• 20 ml Avocadoöl
• 20 ml Arganöl

Anleitung:

1. Beide Öle werden in das Glas mit dem Schraubverschluss geleert.
2. Anschließend wird die Mischung kräftig durchgeschüttelt, sodass sich beide Öle gut miteinander vermischen.

Anwendung: Die Mixtur wird nach dem Haare waschen in das noch feuchte Haar verteilt. Je nach Länge und Beschaffenheit können dafür schon drei bis vier Tropfen ausreichen. Das Öl muss gründlich in die Haarlängen und vor allem in die Spitzen einmassiert werden. Empfehlenswert ist es zudem, die Haare danach mit einer Frischhaltefolie und einem Handtuch einzuwickeln. Nach der Einwirkzeit von mindestens 20 Minuten kann das Haaröl wieder mit reichlich Wasser und einem Babyshampoo ausgespült werden.

Haaröl für trockene und kaputte Spitzen

Zur Pflege der Haarspitzen können eine Vielzahl von Ölen verwendet werden. neben den beliebten Basisölen Jojobaöl und Mandelöl leisten auch Rizinusöl, Klettenwurzelöl und Arganöl gute Dienste. Teebaumöl ist nicht Jedermanns Sache, denn es riecht etwas „medizinisch“. Allerdings werden brüchige Haarspitzen durch das Öl gekräftigt und werden widerstandsfähiger.

Für die Zubereitung sind nötig:
• Glas mit Schraubverschluss
• eventuell Trichter

Zutaten:
• 6 EL Sonnenblumenöl
• 1 EL Arganöl
• 1 EL Mandelöl
• 1 EL Klettenwurzelöl
• 1 EL Jojobaöl
• 1 TL Olivenöl
• 2 Tropfen Teebaumöl

Anleitung:

1. Zuerst alle Zutaten und Utensilien für die Zubereitung bereitstellen.
2. Danach 6 EL Sonnenblumenöl, 1 EL Arganöl, 1 EL Mandelöl, 1 EL Klettenwurzelöl, 1 EL Jojobaöl, 1 TL Olivenöl und 2 Tropfen Teebaumöl in das vorbereitete Glas schütten.
3. Anschließend das Behältnis gut verschließen und solange kräftig schütteln, bis sich alle Öle gut miteinander vermischt haben.

Anwendung: Die Mischung wird in die Spitzen der trockenen Haare einmassiert und im Idealfall nicht mehr ausgespült. Wird aus Versehen zu viel Öl verwendet, so kann das Haaröl nach einer Einwirkzeit von mindestens 20 Minuten auch wieder mit einem milden Shampoo und reichlich warmem Wasser ausgespült werden.

Haaröl selber machen für geschmeidige und glänzende Haare

Kokosöl ist ein wahrer Allrounder und kann natürlich auch als Haaröl verwendet werden. Angereichert mit reichhaltigem Sesamöl und dem in Deutschland noch unbekannten Amla werden die Haare gepflegt und gestärkt. Amla ist reich an Antioxidantien und stärkt Kopfhaut und Haare gleichermaßen. Eine Alternative zum Amlapulver ist Amlaöl. Mehr Rezepte und Tipps dazu zeigen wir Euch auch in unserem Kokosöl für die Haare Ratgeberartikel.

amla kokosöl sesamöl haaröl selbstgemacht
Kokosöl und Sesamöl zu pflegendem Haaröl mischen

Für die Zubereitung sind nötig:
• Schüssel
• Topf für Wasserbad
• Löffel
• Fläschchen oder Flakon
• Trichter

Zutaten:
• 2 EL Kokosöl
• 2 EL Sesamöl
• 2 EL Amla (Pulver von der indischen Stachelbeere)

Anleitung:

1. Das Kokosöl zunächst in die Schüssel geben und über einem Wasserbad bei knapp 30 Grad schmelzen lassen.
2. Ist das Öl flüssig, können 2 EL Sesamöl und 2 EL des Amla-Pulvers dazugegeben werden.
3. Alle drei Zutaten werden anschließend mit einem Löffel oder einer Gabel gründlich miteinander vermischt und mithilfe eines Trichters in das Fläschchen gefüllt.

Anwendung: Das selbst hergestellte Haaröl kann sowohl in die Kopfhaut als auch in die Haarlängen einmassiert werden. Wichtig ist immer nur einige Tropfen des Öls zu verwenden und nicht alles auf einmal. Den Kopf nach dem Einmassieren mit Frischhaltefolie und einem Frotteehandtuch bedecken. Für den besten Effekt sollte das Öl die ganze Nacht über einwirken und am nächsten Morgen mit einem milden Shampoo wieder gründlich ausgewaschen werden.

Haaröl gegen trockene und schuppige Kopfhaut

Hier handelt es sich um ein Basis-Rezept mit zwei Zutaten, die sicherlich auch in Deinem Küchenschrank stehen: Kaltgepresstes Ölivenöl spendet Feuchtigkeit, der Früchtetee sorgt für einen tollen Duft.

Für die Zubereitung sind nötig:
• Glas mit Schraubverschluss

Zutaten:
• ¼ l Olivenöl (250 ml)
• 2 Beutel Früchtetee

Anleitung:

1. Die beiden Teebeutel werden in das vorbereitete Glas gehängt und danach mit dem Olivenöl übergossen.
2. Danach wird das Glas luftdicht verschlossen und für vier Tage an einem dunklen Ort aufbewahrt, solange bis der Tee alle Duftstoffe an das Öl abgegeben hat.
3. Anschließend werden die Teebeutel entfernt und das duftende Haaröl ist einsatzbereit.

Anwendung: Empfehlenswert ist es einige Tropfen des Öls vor dem Auftragen kurz anzuwärmen. Danach den Haaransatz und die frisch gewaschene Kopfhaut mit dem Öl einmassieren. Am besten ist es die Mischung über Nacht einwirken zu lassen. Damit das Kissen beim Schlafen nicht schmutzig wird, sollten die Haare mit einer Frischhaltefolie und einem Handtuch eingewickelt werden. Zusätzlich kann auch ein trockenes Handtuch auf das Kissen gelegt werden. Am nächsten Tag kann das Öl mit reichlich Wasser und einem Babyshampoo ausgewaschen werden.

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