Das Wichtigste in Kürze
  • Zedernholzöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Spänen der Zeder gewonnen wird.
  • Die hochwertigste Sorte wird aus Himalaja-Zedern (Cedrus deodora) hergestellt.
  • Echtes Zedernholzöl ist nicht giftig. Achte bei der Auswahl unbedingt auf die botanische Bezeichnung. (Mehr Hinweise zur Auswahl der richtigen Sorte.)
  • Zedernöl hat hautpflegende Eigenschaften und fördert die Wundheilung.
  • Das Öl kommt in der Aromatherapie zum Einsatz. Zedernholzöl wird eine beruhigende Eigenschaft zugeschrieben.
  • Zedernholzöl sollte lichtarm, kühl und trocken gelagert werden.
  • 100 ml naturreines Zedernholzöl kostet circa 8 Euro.

ZedernholzölZedernholzöl wird aus den Holzspänen der Zeder gewonnen und ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen.

Zedernöl wird seit Jahrhunderten als Hausmittel für ganz unterschiedliche Probleme geschätzt. Bekannt ist es überwiegend für den Einsatz in der sogenannten Aromatherapie.

Was interessiert Dich?

Zedernholz

Zedern (botanisch: Cedrus) sind Nadelbäume, die zur Familie der Kieferngewächse zählen. Die Pflanzen benötigen für das optimale Wachstum wenig Wasser, aber viel Sonne. Außerdem erreichen sie eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern und ihr Holz verströmt einen intensiven Duft.

In früheren Zeiten fand Zedernholz vor allem im Schiffsbau Verwendung. Für diesen Einsatzzweck ist das Holz sehr geeignet, da es sich durch Biegsamkeit und Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Weiterhin benutzten die alten Ägypter das Holz, um Papyrusrollen zu imprägnieren und sie auf diese Weise haltbarer zu machen. Bei religiösen Zeremonien dient das Holz seit Jahrtausenden als Räucherwerk.

Einige der genutzten Baumarten sind inzwischen arg dezimiert. Hierzu gehört unter anderem die südfranzösische Atlaszeder oder die Libanonzeder, die sogar unter Naturschutz steht. Während bei der Gewinnung von Sandelholzöl das ätherische Öl aus dem Stamm und den Wurzeln gewonnen wird, wird bei Zedernholzöl nur das Holz des Stammes verwendet.

Was ist Zedernöl?

Für das aus dem Zedernholz gewonnene ätherische Öl (Oleum cedri ligni) gibt es zwei Bezeichnungen: Zedernöl und Zedernholzöl. Beide Bezeichnungen lassen sich synonym zueinander verwenden und bezeichnen ein Pflanzenöl mit dem intensiven Duft.

Seltener ist die irreführende Bezeichnung Wacholderholzöl, die aber ebenfalls das aus Zedern gewonnene Öl meint. Allerdings ist die Bezeichnung nicht ganz richtig, denn Wacholder (botanisch: Juniperus virginiana, englisch: pencil cedar) ist keine Zeder. Im englisch-sprachigen Raum werden solche Feinheiten mitunter ignoriert und alle Nadelhölzer als „-cedar“ bezeichnet. Daher gibt es eine Vielzahl von vermeintlichen Zedernholzölen.

Das hochwertigste Öl wird aus Himalaja-Zedern (Cedrus deodora) oder Atlas-Zedern (Cedrus atlantica) gewonnen. Andere Zedernarten besitzen nicht die zugeschriebenen Eigenschaften.

Worauf muss man bei der Auswahl achten?

Das „echte“ ätherische Zedernholzöl enthält fast kein Thujon. Das ebenfalls als Zedernholzöl bezeichnete ätherische Öl aus Thuja oder Juniperus enthält diesen Stoff und sollte daher mit großer Vorsicht und nur unter Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden.

Durch die die irreführenden Bezeichnungen geht Zedernöl ein gefährlicher Ruf voraus, der jedoch unbegründet ist. Um Verwechslungen mit dem sogenannten Weißen Zedernöl (Oleum thujae) zu vermeiden, sollte vor dem Kauf immer auf die botanische Bezeichnung auf dem Etikett geachtet werden.

Herstellung von Zedernöl

Zur Herstellung des ätherischen Öls werden vor allem Zedern aus dem Indien (Himalajazedern) oder Frankreich und Nordafrik (Atlaszedern) verwendet. Die ursprünglich verwendeten Zedern aus dem Libanon stehen wegen der wenigen Exemplare, die es noch gibt, mittlerweile unter Naturschutz.

Die Herstellung des wertvollen Pflanzenöls erfolgt mittels Wasserdampfdestillation. Für einen Liter Zedenholzöl werden dreißig Kilogramm Holzspäne benötigt. Durch das Sieden der Pflanzenteile im Wasserbad steigt Dampf auf, der das wertvolle ätherische Pflanzenöl enthält. Anschließend erfolgt die Trennung des Öls vom Kondenswasser.

Wie riecht Zedernöl?

Das gewonnene Öl ist leicht Honigfarben und verströmt einen holzig-balsamischem Duft. Der Duft der Atlaszeder ist stark ausgeprägt und holzig, während der Duft des Himalayazedernöls deutlich samtiger ist.

Wirkungsweise von Zedernöl

Durch die enthaltenen Inhaltsstoffe ist Zedernöl ein geschätztes Hausmittel für viele Bereiche. Die verschiedenen Wirkungsweisen sind durch Erfahrungen vergangener Jahrzehnte bekannt, allerdings nicht wissenschaftlich belegt.

Zedernholzöl wird in der Aromatherapie eine beruhigende Eigenschaft zugeschrieben. In der Duftlampe genutzt, soll es beim Stressabbau helfen und Nervosität entgegen wirken. Außerdem soll Zedernöl Angst-lösend wirken und die Konzentrationsfähigkeit steigern.

Äußerlich angewendet wirkt das Öl gegen Insekten und hilft bei Pilzerkrankungen der Haut und der Nägel. Durch das Einmassieren in die Kopfhaut (in Kombination mit einem Basisöl) versorgt das Pflanzenöl die Haare mit Nährstoffen und wirkt Entzündungen entgegen.

Weiterhin hat Zedernöl hautpflegende Eigenschaften und fördert die Wundheilung.

Nebenwirkungen von Zedernöl

Zedernöl ist ein ätherisches Öl, daher ist es mit Vorsicht zu nutzen. Bei Anwendungen in hoher Dosierung lassen sich grundsätzlich Hautreizungen nicht ausschließen. Vor der ersten Nutzung sollte in der Armbeuge ein Test gemacht werden.

Grundsätzlich sollte das Öl nur in wenigen Ausnahmefällen pur und in sehr geringen Mengen aufgetragen werden. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn man sich gegen Insekten schützen möchte.

Im Allgemeinen sollte das Öl zur Haut und Haarpflege immer mit einem kaltgepressten Pflanzenöl gemischt werden. Neben Mandelöl empfiehlt sich auch Jojobaöl für diesen Zweck.

Häufig wird vor Zedernöl gewarnt, weil es einen hohen Gehalt an Thujon haben soll und daher giftig und abtreibend wirken soll. Dies gilt alleinig für das Öl der Thuja (Thuja occidentalis), das fälschlicherweise auch als Zederholzöl bezeichnet wird und nicht innerlich angewendet werden soll.

Anwendungsgebiete

Zedenholzöl kann auf vielfältige Weise angewendet werden. Während der Einsatz im Rahmen der Aromatherapie relativ bekannt ist, ist die Wirkung auf Haut und Haare vergleichsweise unbekannt.

Vereinzelt berichten Anwender auch von einer guten Wirkung bei der Bekämpfung von Allergiesymptomen. Rechtzeitig vor der Pollenflugsaison als Teil eines Dekolleté-Sprays mit Zypressenöl und Melissenöl angewendet, sollen die Symptome bei Einsetzen der Pollensaison deutlich abgeschwächt sein.

Zudem ist Zedernöl und das kaltgepresste Zedernussöl in vielen Kosmetika enthalten. Beim Nussöl handelt es sich jedoch um das Öl aus den Samen der Sibirischen Zirbelkiefer (Pinus sibirica). Dieses Öl ist reich an Fettsäuren – hat aber keine gemeinsamen Ursprung mit dem ätherischen Zedernöl.

Für die Haut und Haare

Zedernholzöl beruhigt irritierte Haut, hilft bei Hautausschlägen und Ekzemen. Weiterhin hilft es gegen Schuppen, deren Ursache häufig trockene Kopfhaut ist. Da das Öl antibakteriell und entzündungshemmend wirkt, ist es eine gute Ergänzung für eine selbst gemachte Hautpflege. Hierfür bieten sich verschiedene Basisöle an, die für jeden Hauttyp genutzt werden können.

Analog zu vielen anderen ätherischen Ölen kann man Zedernöl gegen kleinere Pickel und Hautunreinheiten einsetzen. Die Entzündung wird wirkungsvoll bekämpft.

Im Gegensatz zu Teebaumöl riecht Zedernöl deutlich angenehmer und ist daher eine gute Alternative, falls man den herben Mentholduft nicht mag. Häufig wird das Öl als Hausmittel bei Akne empfohlen. Hierfür sollte jedoch Rücksprache mit einem Dermatologen gehalten werden.

Bei irritierter Kopfhaut kann man sechs Tropfen des ätherischen Öls in ein Shampoo geben und die Haare wie gewohnt waschen. Eine weitere Möglichkeit ist eine beruhigende Kopfmassage mit einem pflanzlichen Öl. Denkbar ist hierbei unter anderem Arganöl, das für seine pflegende Wirkung auf die Haare bekannt ist.

Hierbei sollte das Zedernöl sehr gering dosiert werden. Als Richtwert kann gelten: 1 Tropfen ätherisches Öl auf 50 ml Pflanzenöl. Die Kopfhaut wird beruhigt und juckt weniger.

Zugeschriebene Wunderwirkungen auf den Haarwuchs sind weder belegt noch plausibel, da das Haarwachstum genetisch bedingt ist. Während der Ölauszug der Klettenwurzel (häufig als Klettenwurzelöl bezeichnet) pflanzliche Hormone enthält, ist das bei Zedernöl nicht der Fall. Daher sollte man sich bei erblich bedingtem Haarausfall nicht zu viele Hoffnungen machen.

Allerdings wirkt das Öl unmittelbar auf der Kopfhaut und an den Haarfolikeln, die durch eine sanfte Massage mit einer Zedernholzölmischung gekräftigt werden.

Weiterführende Informationen zur Haarpflege mit Argan- und Klettenwurzelöl

Gegen Fußpilz

Neben der entzündungshemmenden Wirkung kann Zedernöl auch mit seiner fungiziden (pilztötenden) Wirkung überzeugen. Daher ist das Öl eine bewährtes Hausmittel gegen Nagelpilz und Fußpilz.

Zur Anwendung kann das Öl punktuell und sehr gering dosiert pur mit einem Wattestäbchen aufgetragen werden. Diese Anwendung muss mehrfach wiederholt werden.

Gegen Zecken und Motten

Zedernholzöl schlägt Zecken in die Flucht. Hierfür kann man 2 – 3 Tropfen auf den Arm- und Beingelenken sowie am Nacken verreiben, um mittels des Geruches des Öls Zecken zu vertreiben. Das wirkungsvollere Mittel gegen Zecken sind allerdings lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln.

Weiterhin bietet das Pflanzenöl bei der Bekämpfung von Motten wertvolle Dienste, da diese genauso wie Zecken den Geruch des Öls nicht mögen.

Um Motten fernzuhalten, aknn man den Kleiderschrank mit Zedernöl einreiben oder einen Wattebausch damit besprühen und zwischen den Kleidungsstücken platzieren.

In der Aromatherapie

Das ätherische Öl hat einen sehr markanten Geruch, der von vielen Anwendern geschätzt wird.

Grundsätzlich wird in der Aromatherapie mit verschiedenen Duftreizen gearbeitet mit die Ziel die Ausschüttung von Botenstoffen und Endorphinen zu steigern. Daher können die genutzten Öle eine ganz unterschiedliche Wirkung haben, denn jeder Mensch verarbeitet die Duftinformationen anders.

Durch die Anwendung von Zedernholzöl in der Duftlampe soll sich das allgemeine Wohlbefinden steigern. Zudem soll die Konzentration und Aufnahmefähigkeit gesteigert werden. Ursächlich hierfür ist die gesteigerte Ausschüttung von Serotonin.

Die Anwendung in der Duftlampe ist unkompliziert. Einfach 5 Tropfen ätherisches Öl in das mit Wasser gefüllte Schälchen geben.

Lagerung und Haltbarkeit

Ätherische Öle wie Zedernholzöl bedürfen einer kühlen Lagerung in einer dunklen Glasflasche. Allerdings nicht kühler als fünf Grad Celsius. Die Höchsttemperatur für die Lagerung beträgt 20 Grad Celsius. Es ist wichtig, dass bei der Lagerung Sonneneinstrahlung vermieden wird, da sich ansonsten die Haltbarkeit von Zedernöl verkürzt.

Wichtig nach jeder Anwendung ist es, den Behälter gut zu verschließen. Gelangt zu viel Sauerstoff an das Öl, beginnt die Oxidation und die Haltbarkeit wird vermindert.

Kaufentscheidungskriterien

Um Unklarheiten und Verwechslungen auszuschließend, sollte vor dem Kauf auf die botanische Bezeichnung geachtet werden, die sich auf dem Etikett befindet.

Im Handel sind viele Produkte im Umlauf, die unter der Bezeichnung Zedernöl geführt werden – tatsächlich aber nicht dem hochwertigen Öl entsprechen.

Wichtig ist es deshalb auf folgende Bezeichnungen zu achten, hinter denen Zederngewächse mit den angesprochenen Eigenschaften stecken:

  • Cedrus atlantica für Atlaszeder
  • Cedrus deodora für Himalajazeder

Produkte mit der Bezeichnung Cedrus libani (Libanonzeder) sind in der Regel Fälschungen, da die Libanonzeder unter Naturschutz steht und es nur noch circa 400 Stück gibt.

Die höchste Qualitätsstufe hat Zedernholzöl mit der Bezeichnung 100% naturreines ätherisches Öl. Geringere Qualitäten sind als naturidentisch oder synthetisches Zedenholzöl gekennzeichnet.