Seit einiger Zeit erfreut sich die Haarseife immer größerer Beliebtheit. Haarseifen werden in der Kosmetikbranche auch „festes Shampoo“ oder „Shampoobars“ genannt und beschreiben genau die Form, in der die Seife erhältlich ist: Als quadratisches, festes Stück Seife.
Haarseife

Dieses Stück Seife steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe, ist meist vegan hergestellt und kommt ohne umweltschädliche Verpackung aus.

Haarseife lässt sich einfach zur Haarpflege nutzen. Sie ist gut portionierbar. Besonders auf Reisen eignet sich Haarwaschseife in kleinen Portionen, da sie nicht viel Platz im Kosmetiktäschchen braucht und nicht auslaufen kann wie Shampoo.

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Herstellung von Haarseife

Die Basis der Haarseife bietet meist ein sehr pflegendes, neutrales Öl. Beliebt sind zum Beispiel Kokosöl, Olivenöl oder Sheabutter. Dieses wird dann mit weiteren Pflanzenölen oder ätherischen Ölen kombiniert.

In manchen Haarseifen sind zusätzlich Blütenteile oder ganze Blätter enthalten, die den natürlichen Look der Haarwaschseife noch unterstreichen.

Die Öle werden nun mit einer speziellen Lauge verseift. Dieser Prozess erfolgt unter ständigem Rühren, damit sich alle Inhaltsstoffe gut miteinander verbinden können. Das sogenannte Kaltrühr-Verfahren wird ohne Entstehung von Wärme oder Reibung durchgeführt, damit die Inhaltsstoffe der Seife nicht geschädigt werden und erhalten bleiben.

Bei der Verseifung entsteht eine Art Salz, das schließlich die Seife ergibt. Im Anschluss an das Rührverfahren und die Verseifung muss die entstandene Shampooseife nun für mehrere Wochen oder Monate ruhen, um richtig auszuhärten und portionierbar zu sein.

Im Gegensatz Haaröl lässt sich Haarseife nicht problemlos selber machen. (Anleitung: Haaröl selber machen)

Wie unterscheidet sich Haarseife von Shampoo?
Shampoo enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die es flüssig halten und eine gewünschte Schaumbildung ermöglichen. Unter anderem sind Tenside enthalten, die Fett und Schmutz von der Haaroberfläche lösen sollen. Bei Haarseife handelt es sich um verseifte Öle ohne Zusatzstoffe. Daher schäumt das Produkt bei der Anwendung in den Haaren kaum.

Inhaltsstoffe von Haarseife

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Haarseifen mit ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen und Inhaltsstoffen.

Je nach Haartyp, für den die jeweilige Haarseife geeignet ist, ist ihre Zusammensetzung speziell auf trockenes, fettiges oder lockiges Haar abgestimmt und pflegt dieses dann intensiv.

Die Basis von Haarseife bildet immer ein kaltgepresstes Pflanzenöl. Bei den meisten Haarwaschseifen kommt das beliebte Olivenöl zum Einsatz.

Olivenöl als Grundbaustein der Shampooseife sorgt für einen verbesserten Feuchtigkeitshaushalt von Haar und Kopfhaut, verringert die Schuppenbildung und ist für alle Haartypen geeignet.

Olivenöl ist bewährtes Öl zur Pflege der Haare und ist auch die Grundlage der berühmten Alepposeife.

Außerdem sind die meisten Haarseifen frei von umweltschädlichem Palmöl und zudem vegan und tierversuchsfrei produziert. Statt zum Palmöl, das in vielen herkömmlichen Shampoos verwendet wird, greift man bei der Herstellung von Haarseife lieber zu einer Kombination aus Rizinusöl und Kokosöl.

Beide Öle pflegen das Haar wunderbar weich, versorgen es mit Nährstoffen, regen das Haarwachstum an und dringen besonders gut in die feine Haarstruktur ein.

Ätherische Öle als Ergänzung

Nun können die Haarseifen noch verschiedene andere natürliche Öle, Pflanzenteile oder ätherische Öle enthalten, um die Pflegewirkung und den Duft zu erhöhen.

Rosmarinöl und Zitronenöl helfen bei fettigem Haar und trockenen Spitzen, Meersalz und Honig sorgen für mehr Volumen und bessere Kämmbarkeit. Lavendelöl regt das Haarwachstum an und beruhigt gleichzeitig die Kopfhaut. Teebaumöl sorgt für eine Tiefenreinigung der Haare und einen intensiven, leicht medizinischen Duft.

Exotischere Zutaten wie Aloe Vera Gel oder grüner Lehm sorgen für eine verbesserte Griffigkeit der Haare und reichern das Haar mit wichtigen Spurenelementen wie Magnesium, Kalzium und Eisen an.

Woran erkennt man gute Haarseife?
Der Überfettungswert in der Haarwaschseife wird immer in Prozent auf der Verpackung angegeben. Dieser Wert gibt an, wieviel Prozent die Seife an nicht verseiften Inhaltsstoffen enthält. Diese nicht verseiften Inhaltsstoffe sorgen für die eigentliche Pflegewirkung beim Haarewaschen. Je höher also die Prozentzahl des Überfettungswertes, desto höher die Pflegewirkung der Haarseife.

Vorteile von Haarseife

Haarseife ist eine echte Alternative zu herkömmlichem Shampoo, da sie ausschließlich aus wertvollen, natürlichen und pflegenden Inhaltsstoffen besteht und dabei ganz ohne Tenside, Parabene oder Silikone auskommt.

Diese Inhaltsstoffe sind heutzutage in den meisten handelsüblichen Shampoos und Haarpflegemitteln enthalten, da sie beim Waschen ordentlich schäumen und das Haar kurzfristig glänzender und gesünder aussehen lassen. Langfristig schädigen sie jedoch das Haar und lassen es austrocknen.

Natürliche Pflanzenöle und ätherische Öle pflegen das Haar und die Kopfhaut langfristig ohne zu reizen und auszutrocknen. Und auf genau diese natürlichen Wirkstoffe setzt die Haarwaschseife.

Mit ein wenig Übung lässt sie sich beim Haarewaschen ebenfalls gut aufschäumen, reinigt das Haar in der Tiefe und versorgt es zusätzlich mit vielen wichtigen Nährstoffen, die gesundes Haar zum Wachstum und zu natürlich gesundem Glanz benötigt. Die Kopfhaut wird genährt und die Haarwurzeln gestärkt.

Die natürliche Verpackung spielt für die meisten Fans der Haarseife eine große Rolle. So kann beispielsweise ein einziges Stück Haarseife knapp drei Shampooflaschen ersetzen und spart so auf das Jahr und den jeweiligen Verbrauch gesehen eine ganze Menge Plastik ein.

Die Ergiebigkeit der Seife spricht außerdem für sich. Man kann das Stück Haarseife selbst zuhause portionieren, indem man es in kleine, handliche Stücke schneidet. So wird nichts verschwendet und der unbenutzte Teil der Seife bleibt trocken und kann separat bis zur Verwendung gelagert werden.

Anwendung von Haarseife

Die Anwendung von Haarwaschseife ist äußerst einfach und erleichtert den Umstieg von herkömmlichem Shampoo ungemein.

Vor der Anwendung der Haarseife kann man das große Stück Shampooseife mit einem Messer in kleine, handlichere Portionen zerteilen. So spart man an Produkt und die kleinen Stücke sind praktischer zu verwenden.

Nun kann man zur Haarwäsche mit Haarseife zwei Varianten anwenden: Entweder, man schäumt die Seife vorher in den Händen auf und verteilt dann den Schaum im angefeuchteten oder nassen Haar oder man reibt das Seifenstück direkt auf die Kopfhaut und ins Haar ein, um es aufzuschäumen.

Das Produkt, beziehungsweise der Schaum wird dann wie gewohnt ins Haar, in die Längen und Ansätze, aber auch in die Kopfhaut gründlich einmassiert und anschließend mit klarem Wasser ausgewaschen, bis sich keine Produktrückstände mehr im Haar befinden.

Ob man vor dem Auswaschen eine saure Rinse aus Essig-Wasser oder Zitronensaft verwendet, ist abhängig von der Wasserqualität und dem gewünschten Glanz der Haare nach dem Waschen.

Das übrige Produkt kann anschließend auf einen Seifenbehälter gelegt werden und wird beim Trocknen wieder fest. So ist die Haarseife dann bis zur nächsten Haarwäsche wieder bereit zur Verwendung.

Anleitung: Haarseife benutzen

  1. Vor der ersten Nutzung: Haarseife portionieren
  2. Haarseife in der Hand mit Wasser aufschäumen
  3. Schaum in den nassen Haaren verteilen
  4. Haare und Kopfhaut gründlich einmassieren
  5. Optional: Haare mit Rinse ausspülen
  6. Mit lauwarmen Wasser ausspülen

Haarseife richtig auswaschen

Obwohl die Haarwaschseifen eine sehr ölige, fettende Zusammensetzung haben, lassen sie sich äußerst gut und rückstandslos aus dem Haar auswaschen. Wer ganz sicher gehen will, spült das eingeseifte Haar zunächst mit einer sauren Rinse aus.

Dies ist ein Gemisch aus 3 Esslöffeln Apfel- oder Himbeeressig auf einem Liter Wasser und sorgt dafür, dass Rückstände von Öl besser aus dem Haar ausgespült werden.

Probleme beim Auswaschen kann zudem mittelhartes oder hartes Wasser aus der Leitung verursachen. Der Härtegrad des Wassers gibt den Kalkgehalt an und sollte unter einem Grad von 8 liegen, damit Haarseife sich auch ohne saure Rinse aus dem Haar auswaschen lässt.

Bis zu einem Grad von 14 verwendet man mittelhartes Wasser und sollte zusätzlich mit Rinse ausspülen. Ab einem Härtegrad von 14 ist die Verwendung von Haarseife nicht empfehlenswert, da sich durch das kalkhaltige Wasser und die Haarwaschseife Kalkseife bildet, die unschöne weiße Flocken im Haar hinterlässt.

Haarseife Erfahrungen

Beginnt man mit der Anwendung von Haarseife, so wird es einige Haarwäschen dauern, ehe die bisher im Shampoo verwendeten Tenside und Silikone vollständig aus dem Haar entfernt sind. Bis dahin wird sich das Haar nach der Haarwäsche glänzend und griffig anfühlen. Sobald dieser Effekt abnimmt, sollte man eine saure Rinse zum Ausspülen verwenden oder eventuell auf eine andere Zusammensetzung der Haarseife umsteigen, die dem eigenen Haartyp besser entspricht.

Wie oft soll man Haarseife nutzen?
Wie oft die Haare mit der Haarseife gewaschen werden müssen, hängt vom jeweiligen Haartypen ab. Schnell fettendes Haar wird alle 1-2 Tage gewaschen, schuppiges Haar bei erster Schuppenbildung nach dem Waschen und normales Haar kommt auch gut mit einmaligem Waschen in der Woche aus. Die Symptome von fettigem oder schuppigem Haar sollten mit der regelmäßigen Anwendung von Haarwaschseife und ihren wertvollen, heilenden Inhaltsstoffen deutlich zurückgehen, sodass häufiges Haarewaschen nicht länger erforderlich sein muss.

Die Auswahl an passenden Haarseifen auf dem Markt wird immer größer, sodass man die Haarseife ganz speziell und abgestimmt auf das eigene Haar und dessen Bedürfnisse auswählen kann.

Haarseife bei Schuppen

Bei schuppigem Haar und trockener, juckender Kopfhaut sollte man zu einer Haarseife mit Rosmarin, Lavendel, Brennessel oder Aloe Vera greifen. Diese Wirkstoffe beruhigen die Kopfhaut und geben ihr in Kombination mit den enthaltenen Ölen und Fetten die Feuchtigkeit zurück, die ihr fehlt.

Durch die Anwendung und das Einmassieren von Haarseife direkt auf der Kopfhaut wird diese besser durchblutet und kann die Nährstoffe während des Waschens gut aufnehmen. Gereizte Haut wird beruhigt und Schuppenbildung geht zurück.

Haarwaschseife mit natürlichen Wirkstoffen gegen Schuppen und gereizte Kopfhaut ist meist wirksamer als chemische Mittel, die meist erst der Grund der Kopfhautprobleme sind.

Haarseife bei Locken

Lockiges Haar benötigt immer auch eine sehr spezielle Pflege, um seine Sprungkraft und seinen Glanz zu bewahren. Bei der Wahl der Haarseife sollte hier auf eine weniger überfettete Seife geachtet werden, da die enthaltenen Öle das Haar zu sehr beschweren können. Im Anschluss an die Haarwäsche mit Haarwaschseife sollte immer noch wie gewohnt ein Conditioner verwendet werden, um das lockige Haar mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen.

Haarseife bei fettigen Haaren

Auch fettiges Haar sollte mit einer Haarseife gewaschen werden, die einen geringen Überfettungsgrad hat, also nicht allzu viel nicht verseiftes Öl enthält. Inhaltsstoffe wie Rosmarin, Zitrone, Lavendel oder Lehm können häufiges Haarewaschen überflüssig machen, da das Haar weniger schnell nachfettet. Besonders bei fettigem Haar in Kombination mit trockenen Längen und Spitzen empfiehlt es sich, sich beim Kauf von Haarseife gut beraten zu lassen und einige Produkte auszuprobieren, bis man die optimale Shampooseife für seinen Haartyp gefunden hat.

Lagerung und Haltbarkeit

Haarseife in ihrer festen, handlichen und getrockneten Form ist viele Wochen und Monate haltbar.

Auch bei häufiger Verwendung verliert sie aufgrund ihrer verseiften Anteile nicht an Haltbarkeit. Wichtig ist, dass man sie nach der Verwendung zum Haarewaschen gut durchtrocknen lässt. Dazu legt man sie am besten auf einen Seifenhalter, in dem die überschüssige Flüssigkeit abfließen kann.

Wer ganz sicher gehen will, dass die Haarwaschseife besonders lange hält und nichts von ihrer Wirksamkeit verliert, der kann sie vor der ersten Verwendung mit einem Messer portionieren und die Teile, die noch nicht verwendet werden, trocken und kühl lagern. Hierzu eignet sich ein luftdichter Behälter oder eine Dose.

Haarseife muss nicht zwingend kühl gelagert werden, sollte aber auch nicht dauernd der feuchten Luft des Badezimmers ausgesetzt sein.

Wo kann man Haarseife kaufen?

Haarseife war lange Zeit nur schwer erhältlich und es gab nur eine kleine Auswahl in Reformhäusern, Bio-Supermärkten oder Unverpackt-Läden. Hier gibt es Haarseife mitunter unverpackt und plastikfrei.

Mittlerwiele ist die Auswahl größer und auch auch online kann man Haarseife inzwischen problemlos bestellen. Handgemachte Haarwaschseife mit ökologischen, naturreinen Inhaltsstoffen für jedes Haar sind allerdings die Ausnahme. Bei Amazon findet man schon eine große Auswahl von Haarseifen verschiedenster Hersteller aus aller Welt.

Im Drogeriemarkt ist der Haarseifen-Trend noch nicht ganz angekommen, doch erweitern Rossmann und DM ihre Produktpalette stetig auch um Bio- und plastikfreie Produkte, sodass es sich auch hier lohnt, nach Haarwaschseife Ausschau zu halten.

Der Seifenhersteller Lush bietet in seinen Filialen ebenfalls eine Vielzahl handgemachter Shampoo-Bars und Haarseifen an, die nahezu für jeden Haartypen geeignet und auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt sind. Gute Beratung findet man dort ebenfalls.